05. Praktika

5. Praktika
Die Jugendlichen absolvieren während ihrer Konfirmandenzeit zu zweit oder in Kleingruppen zusätzlich bzw. zeitweise anstelle eines kontinuierlichen Unterrichts ein zeitlich begrenztes Praktikum in gemeindlichen und/oder diakonischen Einrichtungen. Sie befassen sich schwerpunktmäßig mit einem Aspekt des Gemeindelebens, machen sich kundig und arbeiten für eine begrenzte Zeit mit oder nehmen teil. Über den Austausch ihrer Erfahrungen aus dem Praktikum können sie zu einem umfassenden Bild von ihrer Gemeinde kommen. Vielfach wird ein solches Praktikum integriert in die Unterrichtseinheit „Gemeinde“ (Aspekt: Diakonie). Die Vorbereitung und Durchführung eines solchen Praktikums orientiert sich an Projektmethoden. Auch hier liegt das Schwergewicht auf dem Erfahrungslernen.

„Praktika sollten in Kleingruppen durchgeführt werden. Folgende Punkte sollten klar sein und den Jugendlichen am besten schriftlich ausgehändigt werden: Die Art des Praktikums, also ob es sich um eine Hospitation oder ein Praktikum mit aktiver Mitwirkung handelt, der zur Verfügung stehende Zeitraum – meist vier bis sechs Wochen – und die Anforderungen (zeitlicher Aufwand, Ergebnissicherung, Praktikumsbericht). In der Regel begleiten die Konfirmandinnen und Konfirmanden während ihres Praktikums Menschen, die bei der Kirche beschäftigt sind oder die sich in ihr ehrenamtlich engagieren. Sie nehmen an ihren Diensten beobachtend teil und bringen sich ein, wo es möglich ist. Dadurch lernen sie Menschen, Angebote und Dienste der Kirchengemeinde, des Dekanates oder der Gesamtkirche kennen, zum Beispiel Kindergottesdienst, Geburtstagsbesuche, Diakoniestationen und Beratungsstellen. Ihr Bild von Kirche erweitert sich. Umgekehrt kann es aber auch für die Aktiven ein Gewinn sein, wenn sie ihre Arbeit aus der Perspektive von Konfirmandinnen und Konfirmanden wahrgenommen sehen.“ (Handreichung zu den Leitlinien)


Vorteile:
- Der Unterricht beschränkt sich nicht mehr auf die Konfirmandengruppe und das Gemeindehaus - die ganze Gemeinde wird zum Unterrichtsraum.
- In der Begegnung mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, in Gesprächen und Auseinandersetzungen sowie in der praktischen Mitwirkung können die Jugendlichen Erfahrungen machen, die für die eigene Einstellung zur Gemeinde und Kirche von entscheidender Bedeutung sind.
- Die Wahl des Praktikumsortes erlaubt es den Konfirmandinnen und Konfirmanden, sich ihren Fähigkeiten entsprechend zu betätigen.

Nachteile:
- Die Vorbereitung und Durchführung setzt sorgfältige Planung sowie rechtzeitige Information der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter voraus. Oft scheitert ein Praktikum auch daran, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht genügend vorbereitet werden und den Jugendlichen (unbewusst und ungewollt) negative Erlebnisse vermitteln.
- Durch Praktika wird der KU zur Angelegenheit der ganzen Gemeinde - dies bedeutet die rechtzeitige Kommunikation und Bereitschaft aller Beteiligten und einen erheblichen Zeitaufwand.